Ein kleiner Schritt für einen Menschen Teil III/III

Dave war einer der ersten Marsbewohner und seit 102 Jahren der führende Wissenschaftler auf Biosphere 8. Er bedauerte immer, dass er schon 45 Jahre alt war, als man den Alterungsprozess endlich wirksam aufhalten konnte. Da hatte ich mit meinen damals 21 Jahren noch Glück gehabt.

Als ich bei Dave eintraf, war er gerade mit seinem Butler James in ein Schachspiel vertieft. Ohne aufzuschauen sagte er knapp: „Mach´s dir erstmal einen Moment bequem.“ - ‚Was für eine nette Begrüßung‘, dachte ich: „Ich wünsche dir auch einen Guten Morgen!“

Also sah ich mich in seinem Wohngarten um. Er war als Anbau an die Stadtkuppel errichtet worden. Innerhalb des Glasgewölbes war eine kleine Landschaft angelegt. Den Wohnteil konnte man leicht für die Überreste einer antiken Ruine halten, da die einzelnen Räume nur von unterschiedlich hohen Mauern angedeutet wurden.

Hier drüben unter der Palme hatte ich Cheryl kennengelernt. Sie war eine der bedeutendsten Frauen in meinem Leben. Leider übernahm sie diesen Job auf einer Station im Jupiterorbit, bevor mehr als eine gute Freundschaft aus unserer Beziehung entstehen konnte, aber über Holo sahen wir uns fast jeden Tag.

In der Mitte der Kuppel war eine Aussichtsplattform angebracht, von der aus man einen guten Blick auf das Pathfinder Monument werfen konnte.

Das Terrain, das er seinerzeit erkundet hatte, wurde unter einer Plexglas – Kuppel in seinem Urzustand erhalten. Durch Pathfinder war es gegen Ende des 20. Jahrhunderts das erste Mal für Millionen von Menschen möglich gewesen, in dem damals gerade populär werdenden Internet aktuelle Bilder vom Mars direkt Zuhause betrachten zu können.

„So jetzt bin ich bereit, wir können losziehen!“ Seinem Gesicht nach zu urteilen hatte er das Spiel gewonnen. „Das wurde aber auch Zeit, die warten bestimmt schon alle auf uns.“ entgegnete ich knapp und wir machten uns auf den Weg zur Schleuse.

Als wir den großen Vorraum betraten, war schon eine ganze Menge Zuschauer anwesend und wir gesellten uns zu den für Ehrengäste bestimmten Plätzen.

Nachdem die beiden Präsidenten endlich ihre Reden hinter sich gebracht hatten, kam zum Schluss Dave an die Reihe. Er hielt nicht viel von großen Ansprachen und bedankte sich einfach nur bei den vielen Mitarbeitern für die Zuverlässigkeit, die sie an den Tag gelegt hatten und ohne deren Arbeitseifer dieses Ereignis heute gar nicht stattgefunden hätte.

Nach tosendem und lange anhaltendem Beifall legte sich eine ehrfürchtige Stille über die Menge als wir den Schleusenraum betraten und sich die Schotts langsam öffneten. Wir traten durch die geöffneten Schleusen ins Freie. Es war ein wunderschöner sonniger Tag. Das erste mal konnten Menschen diesen Geruch einer unberührten neuen Welt in ihre Lungen aufnehmen und diese herrliche Landschaft mit unverhüllten Augen genießen. Als sich nach einer Weile langsam die übrigen Bewohner von Biosphere 8 zu uns gesellten, um das wohl einmaligste Picknick der Geschichte zu feiern, ging ich zu Dave, um ihn zu umarmen: „Auf die Zukunft, Alter!“…

(Fortgesetzte Kurzgeschichte in drei Teilen. Eigener Beitrag im Rahmen des 1999er Schülerwettbewerbs „Geschichten aus dem 3. Jahrtausend”: “Leben im dritten Jahrtausend” (1.Platz Berufschulen Unterfranken, veröffentlicht im Taschenbuch zum Wettbewerb “Generation 3000 – Geschichten aus der Zukunft” Herrausgeber: Nevfel Cumart))

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Ein kleiner Schritt für einen Menschen Teil II/III

Als ich die Augen öffnete, stand vor mir dieser Typ. Er war groß gewachsen, hatte lange schwarze Locken, einen Patronengurt quer über die Brust hängen und ein Maschinengewehr im Anschlag. Unvermittelt fing er laut an zu schreien: „Sofort aus dem Bett, und sag mir wo er ist!“ Verschlafen murmelte ich zurück: „Ja ja, such ihn doch selbst.“ Da traf mich sein Fuß auch schon am Kopf. Das hatte gesessen. Als er zu einem weiteren Tritt ansetzen wollte, gab ich mich geschlagen. „Schon gut, schon gut, ich steh ja schon auf.“ Während sich dieser widerliche Einzelkämpfer in meinen guten alten Butler Henry verwandelte, versuchte ich mir vorzustellen, wie sich Menschen jemals ohne Holo´s haben wecken lassen können. Und dank Henry kam ich bisher eigentlich jeden Morgen ohne größere Probleme aus dem Bett. ‚Lob‘, so rief ich mir in Erinnerung, ‚ist das Brot eines Butlers‘: „Dieses Holo ist echt verdammt gut, deine Ideen werden von Tag zu Tag besser.“ Ein leichter Anflug von Stolz war auf seinem Gesicht zu erkennen: „Wäre doch gelacht Duke, wenn ich dich nicht aus den Federn bringen würde, vor allem an so einem wichtigen Tag!“ Und damit hatte er Recht. In zwei Stunden war es endlich soweit: die ersten Menschen würden die Oberfläche des Mars ohne Schutzanzug betreten und ich war einer von ihnen. Nach der Morgenwäsche ließ ich mich am Frühstückstisch nieder, um meinen bereits fertigen Health zu trinken, ein Getränk welches nach den Angaben des Bodycom exakt die Menge an Mineralien und Nährstoffen enthielt, die meinem Körper fehlten. Ich ließ die Gedanken gerade um die Entwicklungsgeschichte zu diesem bevorstehenden Tag kreisen, als Henry mich unsanft in die Realität holte:„Du wolltest dich gleich mit Dave treffen, um zu dieser Feier zu gehen?“ Er unterbrach meine Gedanken zwar selten, aber heute schien auch er etwas aus der Fassung geraten zu sein. Aber wieso sollte ich mich heute mit ihm herumärgern, denn eigentlich hatte er ja recht. Es war wirklich an der Zeit sich anzuziehen.

Gott sei Dank war man mittlerweile nicht mehr dem Diktat der Mode unterworfen. Man konnte Kleidung aller Epochen und Stilrichtungen tragen, aber als besonders angenehm wurde von den meisten Menschen die „römische Mode“ empfunden, die Toga z.B. hatte als offizielle Amtskleidung die steifen Anzüge der Politiker und Manager der früheren Jahre abgelöst. Ich zog mir die Tunica über und machte mich auf den Weg zu Dave.

  • Butler ist ein Intelligenter digitaler Assistent, der alle möglichen Tätigkeiten, wie z.B.: Ratgeber- und Tagebuchfunktionen, Interaktionen mit dem Net usw. übernimmt. Ein Butler ist mit allen Vorlieben seines Users vertraut, versucht aber immer auch neue Interessen bei ihm zu wecken. Je mehr Infos man einem Butler gibt, um so effizienter kann er genau die Themen ermitteln, für die sein User aufgeschlossen sein könnte. Außerdem kann er, dank der perfektionierten Multimedia, die unterschiedlichsten Dinge gleichzeitig erledigen. Ein Butler hat zwei Persönlichkeitsmodule von denen eines selbständig im interplanetaren Net unterwegs ist und den Datenstand, im Idealfall zirka dreimal in der Sekunde, mit seinem Gegenstück im Bodycom angleicht. Sollte eine Störung der Interaktion mit dem Bodycom auftreten, werden sich beide Teile der Persönlichkeit, für die Zeit der Trennung individuell verhalten, und bei Beendigung der Störung ihre Daten sofort vollständig wieder ausgleichen. Seine körperliche Erscheinung kann der Butler durch im Haus installierte Holo – Projektoren bzw. im Freien durch Holo – Projektionssatelliten sichtbar machen.
  • Bodycom ist ein kleiner, im Körper implantierter und mit allen Gehirnregionen vernetzter Computer, welcher für alle Aufgaben der Kommunikation und der medizinischen Datenerfassung zuständig ist. Durch diese Datenerfassung wiederum kann die Steuerung der Nanodocs überwacht werden.
  • Nanodocs sind im Körper tätige, in Nanotechnologie gefertigte, Roboter, die sämtliche medizinischen Eingriffe allein durch das Bodycom möglich machen, weshalb seit einigen Jahrzehnten Krankenhäuser überflüssig geworden sind.

(Fortgesetzte Kurzgeschichte in drei Teilen. Eigener Beitrag im Rahmen des 1999er Schülerwettbewerbs „Geschichten aus dem 3. Jahrtausend”: “Leben im dritten Jahrtausend” (1.Platz Berufschulen Unterfranken, veröffentlicht im Taschenbuch zum Wettbewerb “Generation 3000 – Geschichten aus der Zukunft” Herrausgeber: Nevfel Cumart))

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Ein kleiner Schritt für einen Menschen … Teil I/III

Vor 150 Jahren, als wir gerade das Problem der Bewässerung gelöst hatten, hätte sich niemand von uns vorzustellen gewagt, dass man die Fertigstellung der damals gerade begonnenen Umwandlung des Mars in einen für Menschen erträglichen Lebensraum noch miterleben würde. Und es wären wohl auch noch einige hundert Jahre ins Land gezogen, hätte „Genetic – Dream – Industries“ nicht die Gattung der schnell wachsenden Oxidmammuts erfunden, welche sich durch schnelles Wachstum, hohe Sauerstoffproduktion und baldiges Verrotten auszeichneten.

Mit Hilfe eines durchdachten Pflanzungssystems konnte eine fast perfekte Symbiose mit anderen leicht modifizierten Pflanzenarten erreicht werden, die an Stelle der verrotteten Oxidmammuts gepflanzt wurden. Sie prägten dadurch die zukünftige Vegetation des Mars. Dieser wurde so zu einer blühenden Welt mit bester Luftqualität.

Die Besiedelung dieses Himmelskörpers war jetzt nicht mehr aufzuhalten. Über kurz oder lang würden immer mehr Siedler auf diesem Planeten ankommen, um auf ihm eine neue Heimat zu finden.

Genau so mußten sich die Europäer, zur Zeit der Besiedelung des Amerikanischen Kontinents gefühlt haben. Eine neue Welt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Dies aber war dagegen nur der Anfang einer Besiedlung des Weltalls, für die man mittlerweile schon fünf weitere Planeten in benachbarten Sternensystemen ausgewählt hatte.

Meine Heimat der letzten 165 Jahre war Biosphere Acht, eine kleine wissenschaftliche Stadt unter Glas. Sie würde durch das heute stattfindende Ereignis mit zu den bedeutendsten Orten der Menschheitsgeschichte gehören. Denn zum einen war hier gleich nebenan der Landeplatz von „Pathfinder I“, dem ersten Roboter auf dem Mars.

Und zum anderen wurde von hier aus die Bepflanzung der unwirtlichen Oberfläche des Mars begonnen.

Zwei Gründe, die allein schon ausreichen würden, um diesen Ort unauslöschlich in der Geschichtsschreibung zu verankern. Aber das Tüpfelchen auf dem „i“ würde durch die vom Präsidenten der Vereinigten Nationen der Erde und dem Präsidenten des Planeten Mars beehrten Eröffnungsfeier erst in einigen Stunden gesetzt werden.

  • Oxidmammuts sind Bäume, die genetisch darauf programmiert sind, innerhalb von 50 Jahren auf die Größe eines zehnstöckigen Wohnhauses zu wachsen. Durch tiefes Verwurzeln holt er die Nährstoffe des Marsbodens an die Oberfläche. Bemerkenswert an dieser Baumart ist die überaus hohe Produktion von Sauerstoff, die aus einer extrem hohen Konzentration von Chloroplasten in den Blättern resultiert. Weiterhin sind diese Pflanzen befähigt Schadstoffe aus der Atmosphäre zu binden und diese auf molekularer Ebene in ungiftige Substanzen umzulagern. Im Alter von 75 Jahren beginnt der Baum mit einem Verrottungsprozeß, der diese Pflanze innerhalb von fünf Jahren in äußerst fruchtbaren Mutterboden verwandelt.

(Fortgesetzte Kurzgeschichte in drei Teilen. Eigener Beitrag im Rahmen des 1999er Schülerwettbewerbs „Geschichten aus dem 3. Jahrtausend”: “Leben im dritten Jahrtausend” (1.Platz Berufschulen Unterfranken, veröffentlicht im Taschenbuch zum Wettbewerb “Generation 3000 – Geschichten aus der Zukunft” Herrausgeber: Nevfel Cumart))

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Genesis

Es ist der 2. August und ich beziehe schreiberisch den Rohbau meines ersten, eigenen kleinen Blogs.

Wie wird er sein, wenn er erstmal fertig eingerichtet ist. Eher ernsthaft-seriös? Oder vielmehr lustig!? Eventuell gar ironisch, sarkastisch, satirisch, verdreht?

Vielleicht wird er ein wenig von Allem werden. Vermutlich wird es auf das Thema ankommen, das im jeweiligen Beitrag behandelt wird.

donbuehl1

Ja, was soll ich jetzt noch schreiben?

Erstmal ein Herzliches Willkommen, melde Dich an, mach’s Dir bequem und kommentiere wie Zuhause oder am Stammtisch.

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